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15.09.2015
Von: HK

Memes und Urheberrecht

Rechtslage bei Memes oft undurchsichtig

Vor ca. zwei Wochen wurde bekannt, dass ein deutscher Blog zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er mehrere Bilder eines Internetmemes veröffentlicht hatte. Kläger war der Rechteinhaber „Getty Images“, der auf Zahlung von Lizenzgebühren bestand. Laut Aussage von Getty geschah die Nutzung wohl unabsichtlich.

In diesem Fall handelte es sich um das bekannte Meme des „Socially awkward penguins“. Der Pinguin des Bildes stammt von einem Fotografen, der die Bildrechte an Getty verkaufte.

Augen auf!

 

Hier liegt die Gefahr bei Memes: Durch die sozialen Netzwerke werden solche (witzigen) Bilder rasend schnell geteilt und auch teils noch weiter verändert. Dadurch ist der Urheber des Bildes schnell nicht mehr festzustellen. Dennoch kann er als Rechteinhaber natürlich auf eine Zahlung für die (unbeabsichtigte) Nutzung des Bildes bestehen.

Denn auch die Veränderung des ursprünglichen Bildes setzt nicht das Urheberrecht außer Kraft. Hinzu kommt, dass die rechtlichen Grundlagen im Netz teils noch ungeklärt sind und verschiedene internationale Strukturen und Philosophien aufeinanderprallen

Der verklagte Blog hat daraufhin übrigens einfach den Pinguin im Meme mit einem eigenen Pinguinbild ersetzt, und die Rechte der Nutzung als „Public Domain“, also frei von Urheberrechten deklariert. Man kann sie also verwenden, wie man möchte.

Also passt auf, wenn ihr irgendwelche Bilder ohne Weiteres verbreitet. Im besten stellt ihr erst fest, ob das Bild rechtlich geschützt ist.  Nicht, dass ihr noch unerwünschte Post erhaltet!

 

Mehr Informationen dazu gibt’s bei Zeit Online.