Schönheitsideale in sozialen Medien

Wie können wir unrealistischen Schönheitsidealen entgegenwirken?

Jede und jeder von uns verbringt täglich mindestens 2 Stunden Zeit mit dem Handy und auf sozialen Medien. Seit 2020, also dem Beginn der Corona-Pandemie, in der sich viele Menschen häufig allein zu Hause aufhalten, hat sich die Zeit sogar verdoppelt. Wir sind ständig umgeben von Bildern und Videos, die uns zeigen, wie „schön“ und „perfekt“ man sein könnte. Dabei entsteht ein permanenter Vergleich mit teils sehr unrealistischen Bildern, die den gängigen Schönheitsidealen entsprechen sollen.

Dir ist sicher bewusst, dass Fotos einfach zu manipulieren sind, wie beispielsweise durch Bildbearbeitungsprogramme oder noch viel einfacher mit Apps und Filtern. So entsteht ein stark verzerrtes Bild von Körpern und der Vorstellung von normaler oder natürlicher Schönheit. Durch das ständige Abgleichen mit Idealbildern ist Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen vorprogrammiert. Daraus können Probleme mit dem Selbstbewusstsein, Essstörungen, Depressionen oder Bigorexie entstehen.

Info

Bigorexie ist die Angst, zu wenig muskulös zu sein, womit Jungs häufig zu kämpfen haben.

Kurz: es macht einfach unglücklich. Aber wer bestimmt denn, was schön oder hässlich ist? Und warum dreht sich ständig alles um’s Aussehen? Um diesen Schönheitswahn aufzuhalten, sind zwei neue Bewegungen entstanden: „Body Positivity“ und „Body Neutrality“. Daneben gibt es noch den Begriff „Body Shaming“.

Was ist Body Shaming?

Body Shaming entsteht, wenn jemand aufgrund seines Aussehens abgewertet oder beleidigt wird. Es gibt das innere Body Shaming, bei dem es um die Kritik am eigenen Körper geht, oft verbunden mit Gedanken wie „Ich bin hässlich“ oder „Er oder Sie ist viel schöner und schlanker als ich“. Und es gibt das öffentliche Body Shaming. Diese Form ist häufig auf Instagram und Co. zu finden, hierbei werden Fotos gemein und herablassend kommentiert, also negative Kommentare über den Körper geschrieben.

Was ist die Body Positivity Bewegung?

Die Body Positivity Bewegung (engl. positive Einstellung zum Körper) möchte durch Fotos zeigen, dass es auch ein anderes Verständnis von Schönheit geben kann. Hier werden Menschen gezeigt, die nicht den weit verbreiteten Schönheitsidealen entsprechen. Egal ob dick, dünn, groß oder klein – jeder Körper ist schön und jede/r sollte sich in seinem/ihrem Körper wohlfühlen können. Diese neue Sichtweise ist auch schon bei einigen Onlineshops angekommen, bei denen die Models nicht mehr mit Bildbearbeitungsprogrammen bearbeitet werden. So bleiben zum Beispiel Dehnungstreifen oder andere Hautunregelmäßigkeiten da, wo sie hingehören. Es muss nicht alles perfekt sein und kann gleichzeitig trotzdem schön sein!

Was ist die Body Neutrality Bewegung?

Die Body Neutralitiy Bewegung (engl. neutrale Einstellung zum Körper) geht noch einen Schritt weiter. Hier ist das Ziel, den eigenen Körper gar nicht mehr zu bewerten. Die Bedeutung des Aussehens soll verkleinert werden und andere Dinge, wie zum Beispiel Charaktereigenschaften, gestärkt werden. Das Selbstwertgefühl soll nicht mehr an Äußerlichkeiten gebunden sein.

STOP BODY SHAMING

Die Veränderung beginnt bei dir

  • Hinterfrage deine eigenen Wertvorstellungen und nimm auch andere an
  • Lerne, den eigenen Körper zu akzeptieren und wertzuschätzen
  • Reduziere andere Menschen nicht auf ihr Äußeres (und beleidige erst recht niemanden in den sozialen Medien)
  • Versuche einen kritischen und reflektierten Umgang mit Fotos zu entwickeln, urteile nicht so schnell
  • Beobachte dich mal selbst: Wie oft bewertest du das Aussehen anderer Leute? Und wie streng bist du dadurch auch mit dir selbst?
  • Es wäre doch so schön, sich einfach im eigenen Körper wohlzufühlen, ohne sich ständig zu vergleichen und sich und andere zu bewerten
  • Versuche einmal am Tag oder in der Woche, einem Freund oder Freundin ein Kompliment zu machen. Nicht nur nach oberflächlichen Gesichtspunkten, vielleicht steckt dich ja jemand mit seiner guten Laune an oder vielleicht ist jemand besonders freundlich an dem Tag.